Samstag, 20. Dezember 2014

kleines Update

So heute haben wir mal endlich wieder einen freien Samstag und da hab ich gedacht ich kann mal wieder über die letzten Wochen berichten. Die letzten Wochen waren ziemlich busy. Letzten Sonntag ging es für uns auf unsere erste Hochzeit hier. Der Tag war ziemlich merkwürdig, da wir an der Kirche angekommen erstmal an den Händen gepackt wurden und in die erste Reihe gesetzt. Wir saßen dann tatsächlich neben dem Brautvater und sogar noch vor dem Rest der Verwandtschaft. Man muss dazu sagen, wir hatten die Braut noch nie gesehen und den Bräutigam vor ein paar Wochen ein einziges Mal getroffen. Ihr könnt euch also vorstellen, wie seltsam es sich also angefühlt hat vor dem Großteil der Angehörigen zu hocken. Die Kirche ging dann auch sagenhafte 4 Stunden und ich hab das Gefühl, dass ich jetzt auf hunderten von Videos drauf bin, da wir sozusagen als „Specialguests“ die ganze Zeit gefilmt wurden.  Der Gedanke, dass es nach der Kirche bestimmt viel und gutes Essen gibt hat mich eigentlich die ganzen 4h durchalten lassen :D Allerdings verschob sich das Essen so sehr zeitlich nach hinten, dass wir leider schon davor heimgehen mussten, da die Hochzeit in Bamenda war und wir von dort noch 3h Stunden heimfahren mussten.  Die Laune von allen hielt sich also am Ende des Tages in Grenzen :D
Noch skurriler war der letzte Dienstag. An diesem Tag bin ich mit meinem Landlord in sein Dorf Ndze gefahren. Dort war ein kleines Fest  auf Grund des Besuchs des Bischofs von Kumbo.  Nach 4h Hochzeit am Sonntag habe ich gedacht  Kirche kann nicht mehr länger gehen- falsch gedacht. Ganze 5h wurden Reden gehalten und gesungen. Ziemlich erschöpft danach gab es aber diesmal im Gegensatz zu Sonntag ESSEN :D Da mein Landlord der Cousin von unserem Fon(König) ist, hatten wir sogar die Ehre mit dem Fon in einem Raum zu essen, was ziemlich cool war, da in dem Raum eigentlich nur traditionelle Oberhäupter erlaubt waren. Unter anderem auch der Sub-Fon(2. Rang nach dem Fon). Den haben wir dann auch nach dem Essen heimgefahren und  er hat uns dann noch in seinen kleinen Palast zu einem Glas Palmwein eingeladen. Dort wurde es dann ziemlich merkwürdig. Erstmal hat mir der Sub-Fon nun einen neuen Namen gegeben .Ich heiße nun „ Fon-Be“, was übersetzt  so viel wie „ Wo ist der Fon?“ heißt. Danach wurde mir ein Huhn geschenkt und ich habe mich schon gewundert was wohl als nächstes passiert. Naja und es  ist dann auch passiert was ich schon geahnt hatte, ich habe einen Heiratsantrag vom Sub-Fon bekommen :D Nachdem mein Landlord aber meinte , dass ich erst 19 bin, kam ich da zum Glück nochmal drum rum. Das Huhn und den neuen Namen sollte ich aber trotzdem behalten :D
Gestern war das offizielle „Closing“ der Schule. Dies bestand einfach nur aus einer großen Veranstaltung bei der die Zeugnisse verteilt  und  die Statistiken der Schule vorgelesen werden.  Für jede Klasse gibt es eine eigene Statistik. Zunächst wird die Anzahl der Schüler bekannt gegeben, die bestanden haben, danach werden die 3 besten Schüler und die 3 schlechtesten Schüler namentlich bekannt gegeben. Ja ihr habt richtig gelesen auch die 3 schlechtesten werden namentlich vor der ganzen Schule bekannt gegeben. Als wäre das nicht genug werden am Ende auch noch die 3 besten Schüler und die 3 schlechtesten Schüler der ganzen Schule bekannt gegeben. Ich verstehe nicht wirklich den Sinn dahinter die schlechtesten Schüler der ganzen Schule namentlich bekannt zu geben, da das meiner Meinung nach nicht gerade motiviert.
Naja das wars erstmal

Liebe Grüße „FON-BE“ :D

Montag, 1. Dezember 2014

Die kleinen Dinge im Leben..


" Die kleinen Dinge im Leben sind am schönsten". Dies wird mir immer mehr hier bewusst . Dieses Wochenende waren wir in Bamenda (Hauptstadt des Nord-Westen) und wir haben tatsächlich eine Bäckerei gefunden, die Vollkornbrötchen verkauft. Nach 3 Monaten nur Toastbrot endlich mal ein richtiges Brötchen. Naja über was man sich so alles freuen kann :D Dieser Tag hat hat echt meine Laune von 0 auf 100 % gehoben :D Des weiteren habe ich letzte Woche mein eigenen "Art-Club" in der Schule gegründet. Ich habe wie in meinem allerersten Post bekannt gegeben sehr viele Stifte mit nach Kamerun genommen und ich wusste echt nicht, in welcher Weise ich sie hier verwenden könnte, Also habe ich hier meinen eigenen Kunstclub in der Schule gegründet, da die Schüler hier leider keinen eigenen Kunstunterricht haben.In meinem Club sind um die 50 Schüler und es macht echt Spaß ! Bisher  malen wir einfach nur zusammen. In Zukunft plane ich aber auch vlt. etwas aus Ton selber herzustellen. Das Interessante ist, dass ich nun Mathe und Kunst unterrichte, also zwei ziemlich unterschiedliche Fächer und somit  beide Seiten meiner Schüler kennen lerne.
Viele meiner Schüler gehen im Kunstunterricht ziemlich auf und Kunst ist die einzige Stunde in der meine Schüler gerne noch länger in  der Schule bleiben wollen um zu malen." Madame we don't want to go home!"  habe ich allein in der ersten Stunde drei mal gehört. Ihr könnt gar nicht vorstellen wie sehr ich mich gefreut habe  :D

Erfolge im Mushroom Project
  Unsere Mushroom Farm läuft immer besser und da hab ich gedacht ich zeig euch mal ein paar Ergebnisse :)




Dienstag, 4. November 2014

„10 Dinge , an denen man merkt, dass man schon ne Weile in Kamerun ist“

1.       Die Spinnen überall im Haus sind nicht mehr ganz so       furchtbar wie am Anfang
2.       Kamerunisch kochen läuft auch immer besser
3.       Erst Chicken killn und dann grilln
4.       Vegetarisch kann hier  aber auch einiges
5.       Mal kein Wasser- und Stromausfall ist extrem                   feierlich
6.       Deswegen wird auch Duschen überwertet :D                     Waschen aus Eimern tuts auch
7.       Jeden Tag „White Man“ genannt zu werden nervt             nicht mehr ganz so arg
8.       Genauso "overpricing"
9.       Der Schulweg verläuft mittlerweile Unfallfrei

10.     Das Unterrichten auch:D

Honey,Honey,Honey!


Honig bzw. Honigschnaps ist eine der Haupteinnahmequellen von Green Care. Green Care verkauft an manchen Tagen sogar um die 100l Honeydrink. Also könnt ihr euch vorstellen, dass bei unserer Green Care Office der „Drinking Spot“ überhaupt ist :D Der Verkauf beginnt nämlich schon an manchen Tagen um sieben Uhr morgens. Außerdem produzieren wir auch unseren eigenen Honig den Janis und ich fleißig kaufen. Was gibt es besseres als eigen produzierten Honig im Haus zu haben? Gestern hatten wir die Chance bei der Honeydrinkzubereitung dabei zu sein J Die Zubereitung ist eigentlich ganz einfach. Der Honig von unserer eigen Bienenfarm wir in eine große Tonne gefüllt. Danach wird warmes Wasser zugegeben, das dafür sorgt, dass sich das Bienenwachs vom Honig trennt.  Zum Schlusswird noch alles durch einen Filter gefüllt und es wird noch Hefe in das Fass dazu gegeben. Die Hefe sorgt dafür, dass der Gärungsprozess losgeht. Je nachdem wie lang man dann den Honeydrink stehen lässt ist er dann mehr oder weniger stark. Man kann sogar so einen richtigen Whisky produzieren:D Aber ganz ehrlich, der starke Honeydrink ist echt heftig :D
Unser Honig

Filtern


Hefe noch dazu



Sonntag, 19. Oktober 2014

Der „Teachers Day“ und mein Geburtstag , First Mushroom Workshop,Kingomen

meine Lehrerkollegen
Eigentlich hatte ich nicht vor meinen Geburtstag groß zu feiern. Witziger Weise fiel er jedoch genau auf den „ International   Teachers Day“. An diesem Tag haben die Lehrer einen Grund zu feiern und der Teachers Day wird hier auch sehr ernst genommen. Es wurde extra ein Essenskomitee gegründet und Lehrer eingeteilt, die für die Getränke zuständig waren. Getroffen haben wir uns dann in einer Bar in Tobin, ein Stadtteil von Kumbo und haben dort bei reichlich Essen und Trinken ordentlich gefeiert. „Essen-Trinken-Tanzen“ beschreibt unsre Feier ganz gut und ich muss sagen so kann man´s sich ja an seinem Geburtstag echt gut gehen lassen :D

In meiner Klasse stand diese Woche auch das erste „Sequence Exam“ an. Nur 60% der Schüler haben bestanden,d.h. 8 oder mehr Punkte erreicht. Die Noten hier gehen von 0-20 Punkten 20 Punkte sind die bestmögliche Note. Trauriger Weise wurde mir gesagt das es normal ist das 40% der Schüler nicht bestehen, was ich ziemlich schade finde, da man in jedem Fach mit dieser festen Quote rechnet. Teilweise kann ich aber auch verstehen, dass manche Schüler nicht so motiviert sind zum Lernen. Es gibt fast keine Plakate, Bilder oder Ähnliches um Dinge zu demonstrieren. Janis beispielsweise unterrichtet Erdkunde und viele Schüler haben keine Ahnung, von Regenwäldern, den Polen oder sogar der Wüste, da die Kinder  sich das Ganze einfach nicht bildlich vorstellen können.
Momentan bin ich gerade dabei ein „Worldmap Project“ zu planen, da vielen Kindern auch nicht richtig klar ist wo Afrika oder Amerika liegt. Ich fände es schön auf das neue Schulgebäude, das entstehen wird eine riesige Weltkarte mit mehreren Schülern zu malen, sodass jedem Schüler die Kontinente und Meere klar sind. Außerdem peppt das ganze auch das triste Schulgebäude auf :D
Naja genug zur Schule und nun zu Green CareJ
Gruppenfoto von unseren Teilnehmern :)

Wir haben es geschafft ! J Letzte Woche hat der erste „Mushroom Workshop“  stattgefunden und dieser war ein voller Erfolg ! Der Workshop hatte ganze 22 Teilnehmer und hat allen mega viel Spaß gemacht. Das Interesse war echt da und es kam sogar ein Mann von der Zeitung und vom Radio. Am Ende des Workshop gab es dann noch für jeden ein Zertifikat und eine Glas mir „Seeds“, um die eigene „Mushroom Farm“ starten zu können. Jeder war am Ende sehr glücklich und wir hoffen das beim nächsten Workshop in zwei Wochen das Interesse genau so groß ist !
Außerdem sind wir am Wochenende ein bisschen gereist J Erst nach Ndop, um eine Mitfreiwillige zu besuchen. Ndop ist ca. 1,5h entfernt von uns. Reisen ist hier meistens am einfachsten mit dem Bus. Die Busse haben im Vergleich zu Deutschland aber keine geregelten Abfahrtszeiten sondern man wartet einfach so lange bis der Bus ganz voll ist und fährt dann los. Als wir unsern Fahrer gefragt haben wann wir denn losfahren antwortete er mit „Soon“ und naja aus dem „Soon“ wurden dann 3 Stunden , da unser Bus einfach nicht voll werden wollte :D
Nach Ndop sind wir mit Danger nach Kingomen  gewandert und haben uns noch den Wasserfall angeschaut, welcher sehr atemberaubend ist. Seht selbst J


 



mein Lieblingsausblick hier


Donnerstag, 2. Oktober 2014

"Lamnso is so easy!!"

Diesen Satz höre ich eigentlich fast täglich und ich  muss immer  sagen „Nein ist es nicht!“. Lamnso ist die Sprache der“ Nso“. Die „Nso“ sind hier das Volk rund um die Stadt Kumbo.
Lamnso ist hier oft  gängiger als Englisch und deswegen bin ich hier auch fleißig am Lernen und ganz ehrlich Lamnso ist die schwerste Sprache die ich kenne! Kein Vergleich zu Englisch oder Französisch. Das  Schwierige an Lamnso hier für mich ist die Aussprache. Die meisten Wörter hier sind extrem abhängig von verschiedenen Betonungsweisen.
Als ich hier anfangs durch die Straßen gelaufen bin, habe ich oft gedacht, dass die Leute miteinander streiten. Mittlerweile habe ich aber verstanden, dass das einfach an der stark  betonungsabhängigen Sprache liegt. Das Wort „lum“ beispielsweise kann je nach Betonung Staub, Trockenzeit, Ratte, Hausdach, beißen oder eine schwangere Frau kurz vor der Geburt bedeuten. Besonders witzig find ich vor allem die letztere Bedeutung :D
Lamnso ist hier  aber nicht die einzige Sprache die gesprochen wird. Vereinzelt spricht man hier auch noch Pidgin-English. Im Pidgin beschränkt sich mein Wortschatz momentan aber noch auf „ashia“, was hier oft in den verschiedensten Zusammenhängen verwendet wird und frei übersetzt so viel wie „I’m sorry for you“ bedeutet.
Mein Lamnso Wortschatz ist um einiges größer. Er reicht sogar schon, um sich bei manchen Omis beliebt zu machen. Ich hab das Gefühl, dass meine Bemühungen hier Lamnso zu lernen sehr geschätzt werden, was auch manchmal auf dem Markt in Form von kleineren Geschenken oder Vergünstigungen der einen oder anderen Omi sichtbar wird. Mittlerweile kann ich einigermaßen Smalltalk führen, zählen und einzelne Wörter, aber bis ich die Sprache einigermaßen beherrschen werde(wenn überhaupt) wird es noch eine Weile dauern.

Abene (Good Bye) 

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Wasser, Wasser,Wasser!

Gestern haben wir die verschiedenen „Watercatchments“( Wasseranlagen)  rund um Shisong besichtigt und sind hierfür einmal  um ganz Shisong gewandert. Da wir hier sehr hoch liegen bestand auch der halbe Weg aus bergab und bergauf. Anfangs ging es mehr durch den Busch als auf einem Weg zum ersten Watercatchment  nach Nzenshwai :DShisong besteht aus  4 Quartern: Mom-Shisong, Ndzenshwai, Taschwer und Tiymmenkan.
Nach ca. 1h auf dem Berg angekommen, hatten wir eine wunderschöne Aussicht auf Shisong und Umgebung. Von dort aus haben wir dann auch die anderen Watercatchements besichtigt, sowie auch die verscheiden „Waterpipes“.Insgesamt sind wir 5 Stunden gewandert und naja teilweise muss ich zugeben, dass mir das auch sehr schwer gefallen ist:D

In Shisong gibt es 4 verschiedene Wasseranlagen. Dort wird das Wasser aufgefangen und auch gereinigt.  n allen Quartern gibt es sogenannte „public water taps“. An diesen Orten kann man umsonst Wasser abzapfen, was vor allem in  der Trockenzeit, die bald auch ansteht sehr nützlich ist. Außerdem ist es hier vergleichsweise sehr teuer Wasser zu kaufen ( 400 CFA), das entspricht hier zwei Mittagessen.
Da ein solches „public water tap“ auch in der Nähe unseres Hauses ist, nutzen wir das öffentliche Wasser auch so gut es geht. Die Wasserqualität ist auf Grund der hohen Lage Shisongs auch sehr gut und somit kann man das Quellwasser  ohne schlechtes Gewissen sehr gut trinken.

Das neue Wasserprojekt:


In Tiymmenkan soll in nächster Zeit ein neuer Wassertank entstehen. Dieser soll eine Wasserverfügbarkeit, vor allem in der, für ganz Shisong ermöglichen. Dafür gibt es in Shisong monatliche Meetings, bei denen über dieses Projekt diskutiert wird. Wir waren bei dem letzten Meeting dabei und ich muss sagen es war auch echt interessant. Es wurde viel über Wasserverbrauch, die Notwendigkeit von Wasser und auch monatliche Einzahlungen geredet, da das Projekt auch ja irgendwie finanziert werden muss.

Wasseranlage

Ihr wollt das Projekt unterstützen? Dann schaut doch einfach
mal auf
https://www.globalgiving.org/projects/supply-safe-water-to-a-cameroonian-farming-village/
vorbei ;)